Waschmaschine wandert und kennt kein Heimweh

Kaum jemand hat es noch nicht erlebt, dass die Waschmaschine nach dem Durchlaufen des Waschprogramms ihre Standposition deutlich sichtbar verändert hat. Da die Trommel mit Geschwindigkeiten von über tausend Umdrehungen pro Minute schleudert, können schon kleine Unwuchten oder abgenutzte Bauteile diesen Effekt hervorrufen.

Fassungsvermögen und Gewicht

Wenn die Waschmaschine nur in Einzelfällen wandert, ist in nahezu allen Fällen die Beladung die Ursache. Auch wenn das [link u=waschmaschine-fassungsvermoegen]Fassungsvermögen der Waschmaschine[/link] nicht überschritten wird, können spezielle Textilarten Unwuchten verursachen. Grundsätzlich liegt dem angegebenen Fassungsvermögen das Gewicht trockener Baumwollwäsche zugrunde.

Kaum jemand wiegt die Wäsche nach, die er in die Trommel lädt. Im Normalfall wird die Trommel „nach Gefühl“ beladen und die Wäschemenge nach Volumen beurteilt. Als Faustregel wird etwa eine Handbreit Raum zwischen der Wäschehöhe und der Trommel gelassen. Dabei wird die Wäsche leicht in die Trommel gedrückt.

Die Waschmaschine kann allerdings trotz dieser Faustregel schnell [link u=waschmaschine-zu-voll]zu voll[/link] werden. Ein zu starkes „Stopfen“ führt zu einer Gewichtsüberladung. Wenn Textilien mit dichtem Gewebe wie schwere Stoffjacken, Gardinen oder Teppiche gewaschen werden, kann schon eine halbe Füllung zu Unwucht führen. Die dicken Stoffe saugen sich mit so viel Wasser voll, dass sie einerseits das Fassungsvermögen überschreiten können oder durch ungleichmäßige „Verteilung“ in der Trommel während des Waschvorgangs einseitig Fliehkräfte hervorrufen.

Untergrund rutschfest machen

Bei grundsätzlichen Wanderungsbewegungen ohne Abhängigkeit von der Beladung kann der Stand der Gerätefüße Mängel haben. Die justierbaren Einzelfüße müssen für einen waagerechten Stand des Geräts sorgen, was mit einer Wasserwaage leicht überprüft werden kann.

Ein weiterer häufiger Grund für das Wandern sind sehr glatte Untergründe. Wenn die Waschmaschine mit [link u=waschmaschine-umdrehungen]Höchstumdrehung[/link] schleudert, ist das Gehäuse immer Vibrationen ausgesetzt. Vier wenige Quadratzentimeter große Auflageflächen aus beispielsweise spiegelglatten und manchmal feuchten Bodenfliesen bieten nicht genug Halt und Standfestigkeit.

In Baumärkten und im Fachhandel sind spezielle Antirutschmatten erhältlich, die unter die Waschmaschine gelegt werden. Meist reicht schon das Unterlegen einzelner Mattenteile unter die Gerätefüße. Um eine erhöhte Standfestigkeit zu erzielen, können die Füßchen demontiert werde und das Waschmaschinengehäuse komplett auf die untergelegte Matte aufgesetzt werden.

Abnutzungsschäden können Unwucht erzeugen

Bei sehr alten Waschmaschinen besteht die Möglichkeit, dass sich Verschleißteile abgenutzt haben und eine permanente Unwucht erzeugen. Ein Indikator ist eine sich ändernde [link u=waschmaschine-lautstaerke]Lautstärke der Waschmaschine[/link] oder das Auftreten von unbekannten Geräuschen. In diesem Fall muss ein Fachmann die Pumpe, das Lagerwerk und den Motor überprüfen.

Tipp: Wenn Sie eine leichte Wanderung Ihrer Waschmaschine gewöhnt sind und sie nicht weiter stört, können Sie im Umkehrschluss das Verharren auf der ursprünglichen Position als Indikator nutzen. Wenn die [link u=waschmaschine-schleudert-nicht]nicht geschleudert hat[/link], ist auch das Wasser meist nicht abgepumpt und vor dem Öffnen sollten Sie den Wasserstand begutachten.